Am 13.10.2012 startete die 35. Auflage des Harzgebirgslauf.

Auf die Marathonstrecke begaben sich Madeleine, Frank, Torsten und Dirk, die Halbmarathonstrecke wurde von Kerstin und Katrin in Angriff genommen.

Die Startunterlagen holten wir bereits am Freitag ab um den Samstag stressfrei zu beginnen.

Um 6:30 Uhr ging es zum ausgiebigen Frühstück mit Rührei, Brötchen und Kaffee. 8:30 Uhr bewegten wir uns Richtung  Himmelforte (Start- und Zielwiese). Der Wettergott meinte es gut mit uns, der Regen vom Vortag ist der Sonne gewichen und es sind bereits 8 Grad. Der Startschuss fiel pünktlich um 9 Uhr.

 

 

 

 

 

 

Jetzt ging es gleich einen Kieselsteinweg hoch in den Wald. Das war schon mal anstrengend, und ich kam schon ganz schön aus der Puste. Der Weg nach Ilsenburg war hügelig, aber recht schnell geschafft. Nach 9 km kamen wir aus dem Wald und liefen in Ilsenburg Richtung Brockenaufstieg. Nach der Verpflegungsstation ging es nun Stück für Stück aufwärts. Jetzt heißt es die nächsten 9 km zu schaffen und dann ist man schon auf dem Brocken.  Das ist einfacher gesagt als getan, denn jeder Anstieg ist immer wieder eine Herausforderung. Meine Muskeln hatten ja schon einige Hügelchen geschafft, aber nun wurde es echt anstrengend. Am Anfang konnte ich noch 2 km laufend bewältigen, aber dann kamen Passagen, die ich einfach nur walkend geschafft hatte. Zum Glück ging es nicht nur mir so. Um mich herum gab es nur noch vereinzelt ganz Harte, die laufend unterwegs waren.  Bei km 15 (Stempelsbuche) gab es noch mal eine Stärkung, und dann ging es richtig los.

 

 

 

 

 

 

Der Schotterweg an der Hermannsklippe endete und ich kam zu einer Linkskurve, die den anstrengendsten Teil mit ca 12% und später 20% Steigung ankündigte.

Jetzt wird es “lustig”. Also jetzt walkend mit schnellem Schritte Richtung Brockenspitze. Der Anstieg macht sich jetzt in den Oberschenkeln und besonders in den Waden bemerkbar. Jetzt läuft keiner mehr, sondern jeder versucht unter geringster Anstrengung nach oben zu kommen. Nach weiteren 2 km drehte ich mich um, um den tollen letzten Weitblick zu genießen, bevor es in die “Waschküche” ging.

 

 

 

 

 

 

Die letzten beiden Kilometer waren sehr kühl und windig mit 1 Grad, und die Sicht war so gering, dass die Brockenspitze nicht sichtbar war. Ich war froh, dass dann bei km 17 ( Eiserner Tisch) Plastiktüten und Getränke ausgeteilt wurden. Der Wind wurde immer schlimmer und die letzten beiden Kilometer zum Gipfel waren die Härtesten. Um die Muskeln zwischendurch zu entlasten, lief ich ganz langsam auf dem kurzen Plateau, bevor ich nur noch weiter walkend unterwegs war. Ich wusste ja, dass nach dem überqueren der Schienen der Brockenbahn, der Gipfel nicht mehr weit war, aber nicht mehr weit, kann sich ganz schön ziehen. Nun hieß es Zähne zusammen beißen und weiter ging’s. Der Plattenweg war vorbei und der ausgewaschene Weg zum Brockenstein fing an.  Meine Motivation war wieder hoch, und ich lief gut gelaunt Richtung Stein mit der Inschrift ” Brocken 1142 m”.

Diesmal hatte ich mir vorgenommen, am Stein anzuschlagen. Ich war so motiviert, dass mir doch glatt die Handfläche weh tat, da ich zu fest zuschlug.

 

 

 

 

 

 

Ich wollte mit ca. 5 Stunden im Ziel sein. Ich schaute kurz auf die Uhr, und mit 2 Stunden und 30 Minuten war ich oben. Den Fotografen zu Rechten habe ich gar nicht bemerkt, sondern wollte nun nur noch schnell weiter um Zeit aufzuholen. Ich musste nun an der Absperrung entlang, den hochwanderden Touristen entgegen.

Meine Plastiktüte raschelte und gab mir genügend Schutz gegen die Kälte. Nun aber flott zur nächsten Verpflegungsstelle (Knochenbrecher) km 21. Die Wanderer schauten ganz erstaunt. Essen und Trinken, und schon geht es auch gleich weiter. Neben mir stand ein Läufer mit seinem Hund, der von einer netten Helferin einen Keks bekam. Das war ein Festmal für ihn, und dann musste er mit seinem Herrchen auch weiter. Das Bergablaufen machte mir nicht so viel aus, und ich lief an vielen Läufern vorbei.

Bei km 24 (Brockenbett) und km 30 (Skihütte Hohnekopf) trank ich sogar Malzbier. Das war vielleicht ein ekeliges Getränk, aber es hatte Energie, und die brauchte ich noch auf den nächsten Kilometern. Ich war nun in Begleitung eines Läufers, und somit plaudernd die letzten Kilometer unterwegs. Jetzt hieß es nur noch 2 “Hügel” zu bewältigen. Diese waren noch mal richtig anstrengend. Den ersten konnte ich nicht laufen, aber dafür den zweiten. Da ich ja nun in Begleitung war, schleppten wir uns gemeinsam langsam die letzten Berge hoch.  Nach 3 weiteren Verpflegungsstellen, wusste ich ja, nur noch über die kommende Wiese und dann ist es geschafft.  Da wartete mein Mann, um ein gemeinsames Foto machen zu können. Auf der Wiese standen 2 Fotografen. Also Lächeln und schnell weiter laufen, denn das Ziel ist nah.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Laufbegleitung blieb bei mir und wir liefen glücklich, lächelnd und zufrieden ins Ziel ein.  Mit einem Händeschlag beglückwünschten wir uns.

Nach 4 Stunden und 39 Minuten war ich im Ziel und überrascht, da ich doch weit unter den angepeilten 5 Stunden geblieben bin.

 

Madeleine

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