war ein ausgegebenes Motto unseres Trainers Olaf Graf für ambitionierte Marathonis in der E-Mail der anzugehenden Projekte für das Jahr 2012, welche im November 2011 bei unserer Jahresbesprechung zur Debatte standen.

Ich hatte soeben mein Marathondebüt in Dresden mit 3:06 h hinter mich gebracht und dachte sofort nach dem Abklingen der Schmerzen: Das ist „mein“ Projekt für 2012!

Also mussten passende Wettkämpfe gefunden werden, um ein klares Ziel vor den Augen zu haben. Schnell war als Erstes an den Spreewaldmarathon gedacht. Als Herbstversuch hatte ich mich bereits für den Berlin-Marathon angemeldet, weil ich finde, dass man diesen Lauf schon mindestens einmal gemacht haben sollte.

Nun ging es an die Vorbereitung: Nach Problemen mit den Hüftgelenken im November und Dezember 2011 begann ich im Januar 2012 mein Trainingspensum zu erweitern, indem ich die Wochenkilometer auf 100 km  und mehr steigerte, um mir eine ausreichende Grundlagenausdauer zu erarbeiten.

Nach einem Rückschlag durch multiple Muskelfaserrisse in der Wade startete ich Ende März zum Tempotest auf der Distanz von 10,5 km in Marienwerder. Zwei Wochen später folgte mit dem Vattenfall-Halbmarathon der erste Frühjahrshöhepunkt mit 01:25 h. Diese Zeit lies auf einen guten ersten Versuch im Spreewald hoffen.

Im Spreewald ging ich es dann, anders als in Dresden, ruhiger in die 1. Hälfte, was sich bezahlt machte, da der „Mann mit dem Hammer“ nicht kam und ich mit 03:03 h in voller Zufriedenheit den ersten Versuch bestritten hatte.

Im Anschluss folgten Vorbereitungswettkämpfe wie der BIG 25, der Görlitz-Marathon und der Lichtenauer Wasserlauf, um die Form weiter auszubauen. Mit dem City- Night- Run in Berlins Innenstadt ging es dann in die Vorbereitung zum geplanten Höhepunkt 2012 – dem Berlin-Marathon.

Ein Staffellauf an der Müritz im Team von Blau-Weiß diente mir als Formtest und zeigte, dass ich bereits eine Grundlagenausdauer besaß, um konstant im geplanten Marathontempo laufen zu können, ohne an der Leistungsgrenze zu sein.

Nach einer durch ein leichtes Motivationstief verhagelten Generalprobe beim Sportscheck-Stadtlauf ging es dann in die Endphase der Marathonvorbereitung, in welcher ich diesmal alles mehr als richtig machen wollte.  Also wurden die Wochenumfänge auf über 130 km erhöht, lange Läufe, GA1, GA2, Tempodauerläufe, Intervalle und Crescendoläufe eingebaut und alles getan, um das Tempo passend zur Strecke zu optimieren.

In den letzten Tagen wurde sogar die Nahrungsaufnahme optimiert – sprich die Ballaststoffe reduziert und die Kohlenhydratzufuhr  erhöht – kurz gesagt: Alles was Energie gibt aber nicht belastet wurde zu sich genommen.

30. September 2012 – Der Tag der Tage – Der Tag, auf den es ankommt

Detailliert hatte ich meinen Tag geplant. Die Sachen am Vortag zurechtgelegt und zeitig ins Bett gegangen. Es sollte alles passen:

06:29 Uhr Abfahrt ab Petershagen, Eintreffen am Hauptbahnhof

07:20 Uhr Hauptbahnhof… Etwas früh, aber besser so, als Stress vor dem Start

07:45 Uhr Nun zügig die Sachen abgeben und früh genug im Startblock sein!

(Dank meiner BIG 25-Zeit konnte ich mich in Block C einordnen lassen, so dass ein reibungsloser Start möglich sein sollte).

08:30 Uhr Nach einigen Toilettenbesuchen und einem Smalltalk mit Trainer Olaf Graf, der als Helfer an Startblock B stand, ging es in die Startposition.

08:50 Uhr  One- Way- Kleidung ausziehen und noch einmal in mich gehen!

08:55 Uhr Aufmunterung durch Mitstreiter des SCC!

09:00 Uhr Start und Sekunden später bin ich bereits über die Startlinie….

09:03 Uhr Goldelse geschafft – endlich freie Bahn!

09:20 Uhr 5 km: Bin ich zu schnell? – Meine Uhr sagt ja, meine Beine sagen nein!

09:41 Uhr 10 km: das Tempo stabil, aber ein Ziehen im linken Hüftbeuger: Nicht jetzt !

09:45 Uhr Den Muskel durch Druck zu bearbeiten hat gefruchtet – Der Schmerz ist weg

10:02 Uhr 15 km: Achillessehne links zieht – Nein, nicht heute!– Egal,  weiter!

10:23 Uhr 20 km: tolle Unterstützung durch Blau Weiß! – endlich Wasser aus der Flasche!

10:27 Uhr Halbmarathondistanz: Plan leicht übererfüllt! – Körper fühlt sich frisch an.

10:56 Uhr Powerbar-Gels als Giveaway an der Strecke! – Da nehme ich doch glatt mal 2!

11:11 Uhr Ca. bei 31,5Km: Torsten steht zuverlässig wie besprochen bereit, um mich ins Ziel zu begleiten

11:25 Uhr 35 km sind geschafft: War da nicht der „Mann mit dem Hammer“? – Nein heute nicht! Torsten hält mich konstant auf Tempo. So soll es sein!

11:46 Uhr 40 km sind geschafft: Gleich ist es vorbei! – Die letzten Kilometer liefen wie ein Schweizer Uhrwerk – Homerun!!

11:55 Uhr Ziel: 2:55:27h !!! – Ich kann es nicht fassen!!

 

Geschafft

Fazit: Ziele können erreicht werden, wenn man nur will…!!

Einen besonderen Dank gilt Olaf Graf, der die Idee zündete und mich „hinten rum“ immer ermutigte; den Trainingspartnern von Blau Weiß, mit denen ich über Monate lange Läufe trainieren konnte, Jörgen, der auf seine eigene Art geholfen hat den Schweinehund bei so manchem Training zu besiegen, Torsten, der mich so gut unterstützt hat, dass es am Ende nicht nur ein „Knack die 3 h“ wurde, sondern klar drunter war und schließlich an die Helfer an der Strecke, die mit ihrer Unterstützung mehr bewirken, als sie vielleicht denken.

Thomas Grosche

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.